Country Musik basiert auf der ländlichen populären Musik des amerikanischen Westens und Südens des 19. Jahrhunderts. Diese Musik speiste sich aus verschiedensten Einflüssen: British, German, Spanish, French, Caribbean, Mexican, und African Music. Es wurden in dieser Musik also alle Einflüsse aufgegriffen, die zu dieser Zeit im Süden der USA vorhanden waren. Eines der wichtigsten Instrumente in der ländlichen Musik Amerikas spielte die Geige. Bereits 1620 tauchten Geigen in Virginia auf. Ein anders typisches Instrument war das Banjo, welches aus der Kultur der Schwarzen stammt, aber während des 19. Jahrhunderts auch von Weißen gespielt wurde. Daneben gehört noch die Gitarre und Steel Gitarre zu den typische Country Instrumenten.
Die Anfänge der kommerziellen Country Musik Zu Beginn der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts suchte die amerikanische Musikindustrie nach neuen Märkten. Zu dieser Zeit wurden Schallplatten und Radiosendungen hauptsächlich noch für ein weißes städtisches Publikum produziert. Als neue Verbraucher wurden nun die Landbevölkerung und die Minoritäten entdeckt. In der Folge wurden speziell für diese verschiedenen Bevölkerungsgruppen Produkte hergestellt. Es gab Klezmer Schallplatten für jüdische Einwanderer, sowie Aufnahmen speziell für mexikanische, ukrainische, griechische und irische Migranten. Für die schwarze Käufergruppe wurden "race" Schallplatten mit Jazz-Aufnahmen produziert. Die kommerziellen Etiketten für weiße ländliche Musik waren zunächst "rural", "old-time", "old familiar" oder "Hillbilly". Erst Mitte der vierziger Jahre setzte sich der Begriff "Country" durch. Unter diesen neuen Produkten hatten die "race" und Country Schallplatten den größten Anteil.
Zuerst wurden bereits populäre ländliche Lieder aufgenommen, doch bald schon wurde ein Großteil dieser Musik in den nordöstlichen Großstädten wie New York komponiert und produziert.
Ein Bedürfnis nach ländlicher Musik bestand auch in den Städten des Südens, da im Laufe des zunehmenden Arbeitkräftebedarfs der Industrie viele Menschen den ländlichen Raum verließen. Dies hatten oft eine nostalgische Sehnsucht nach dem Landleben. Die frühe Country Musik war noch nicht sehr standardisiert und nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt.
Die ersten Interpreten von kommerzieller Country Musik traten in ihren Sonntagsanzügen und –kleidern auf. Obwohl sie meist aus der Arbeiterklasse stammten, hatten sie keine Motivation sich mit Arbeitskleidung zu kostümieren. Bald jedoch versuchten viele Musiker, durch ihre Geldgeber gedrängt, dem Klischee des Bildes des Landbewohners, "Mountaineers" (Bergbewohner) und des "Hillbillies" (hinterwäldlerischer Bergbewohner) aus den Appalachen entsprechen. Oft wurden Overalls und andere typischen Kleidungsstücke der Landbevölkerung getragen.
Die Integration des Cowboys in die Country Musik
Die ersten Interpreten von kommerzieller Country Musik kamen meistens aus dem südöstlichen Bundesstaaten. Der Westen spielte in der frühen Country Musik fast keine Rolle. Dies änderte sich erst in den dreißiger Jahren. In dieser Zeit wurden durch Western Filme sogenannte Western Songs sehr populär. Vor allem Schauspieler wie Gene Autry, Tex Ritter und Roy Rogers traten in Filmen als singende Cowboys auf. Western Musik bestand meist nur aus Gesang mit Gitarren Begleitung. Die Cowboy Musik der Filme beruhte jedoch nicht auf einer Vorlage in der Realität, sondern war vollkommen durch die Musikindustrie konstruiert.
Obwohl der reale Cowboy lediglich ein Lohnarbeiter, wie die meisten "Mountaineers" war, stand er in der Welt der populären Imagination für Männlichkeit. Als Reiter verkörperte er Macht und Mobilität. Dies machte ihn für Arbeiter wie Kleinbürger attraktiv, die keines dieser beiden Merkmale besaßen. Ende der dreißiger Jahre war das Outfit des Cowboys für Country Interpreten auch attraktiver geworden, weil kein junger Mensch in einem Hinterwäldler ein Vorbild sah. Cowboy war dazu eine modischere Alternative. Auch war die Kostümierung des Cowboys romantischer als die Arbeitskleidung der Landbevölkerung. Western Anzüge symbolisierten darüber hinaus das würdevollere und wohlhabendere Leben des Ranchers. Viele der Künstler, die im Cowboyoutfit auftraten hatten keine Verbindung zum Westen, sondern stammten aus anderen Gegenden Nordamerikas, so zum Beispiel Hank Williams, der sich "the Drifting Cowboy" nannte und im ländlichen Alabama aufwuchs. Auch Hank Snow, der von der Ostküste Kanada stammte, nannte sich "the Singing Ranger"
Es fand also eine Verschiebung zumindest in der Imagination des Publikums und der Country Musikindustrie von Süden nach Westen statt.
In den dreißiger Jahren entwickelte sich auch der Western Swing. Deren berühmtester Vertreter war Bob Wills mit seinen Texas Playboys. Western Swing wird ähnlich wie Swing Musik von Big Bands gespielt, stärker als bei Swing waren hier aber Streichinstrumente vertreten. Western Swing gab es aber auch als kleiner besetzte Musik. Auch Western Swing hatte kaum Beziehungen zur tatsächlichen Kultur der Cowboys.
Durch die beiden Subgenres Western Songs und Western Swing entwickelte sich der Name Country & Western für die ländliche amerikanische Populärkultur.
Country Musik in Deutschland Durch die Stationierung amerikanischer Truppen in Westdeutschland kam auch die Country Musik nach Deutschland. Der erste Kontakt zu dieser Musik wurde für viele Deutsche die Radiosendungen 'Stickbuddy Jamboree' und '16:05 to Nashville' des amerikanischen Soldatensenders AFN. In den fünfziger Jahren gab es die ersten sporadischen Country-Aufnahmen westdeutscher Interpreten, so zum Beispiel "Cannonball Jodl Express" von Bobby Jaan. Amerikanische Interpreten wie Johnny Cash, Bobby Bare und Don Gibson konnten in den Jahren darauf erste Verkaufserfolge in Deutschland verbuchen. Auch Schlagersänger wie Freddy Quinn und Bruce Low versuchten sich an Country Musik.
Obwohl es bereits in den sechziger Jahren einige deutsche Country Interpreten wie Frank Baum, Nipso Brantner, Chuck Hermann und Hank West gab, setzte sich Country erst in den frühen siebziger Jahren in der BRD durch. Gunter Gabriel hatte 1972 mit dem Trucker Lied "er ist ein Kerl" großen Erfolg. In den siebziger Jahren etablierten sich in weitere Interpreten, die auch heute noch zu den Stars der Country Musik gehören, dies waren vor allem Tom Astor und der Österreicher Johnny Hill. Den größten Erfolg dürfte wohl die Hamburger Band Truck Stop mit "Ich möcht' so gern Dave Dudley hör'n" gehabt haben.
Auch in der DDR gab es Country Bands. Die erste hieß Country Co., in den "achtziger Jahren tauchten Bands wie Simple Song, Westend und Kactus auf." Diese Bands hatten allerdings – wie alle Bands in der DDR – die Auflage 60% der gespielten Lieder mit Songmaterial aus der DDR zu bestreiten.
Inzwischen gibt es eine Vielzahl deutscher Country Bands. Weitere bekannte deutsche Interpreten sind Jill Morris, Dagmar, Western Union und Country Rose.
Country & Western im Radio und Fernsehen In Deutschland fehlen Country Radio Sender. Viele Country Radio Sendungen sind gescheitert. Radio und Fernsehen spielen selten Country Musik. Die Musik, die in Country Sendungen im Radio gespielt wird ist oft kein authentischer Country. Schlager Interpreten werden von den Medien als Country Sänger präsentiert. Die meisten Sender sind an Country nicht interessiert und stellen Country Sendungen ein. Country Stücke haben in Deutschland keine Chance ein Hit zu werden, da sie kaum im Radio gespielt werden. Unbekannte lokale Country Bands werden trotz Talent nicht gefördert. Die Medien fördern nur Country Interpreten mit ohnehin schon großer Medienpräsenz. Die Medien boykottieren englischsprachige Country Musik aus Deutschland und fördern deutschsprachige Country Musik. Auch eine Sendung mit amerikanischer Country Musik wurde abgesetzt. Die Einschaltquoten von Country sind gering, weil auf englischen gesungen wird und das Publikum deutsche Titel wünscht. Da wüscht man sich doch manchmal in Amerika zu sein, wo der Country ein unendlicher Boom ist und jede Charts erobert.